Publikation zum Thema Verfahren zur langfristigen Sicherheitsbetrachtung von Deponiebauwerken. Bauingenieur – Die richtungsweisende Zeitschrift im Bauingenieurwesen.

Nachweise der Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit durch eine Berechnung, u. a. mit den Methoden der Baustatik oder Geotechnik, sind unverzichtbarer Bestandteil der Entwurfsarbeit von Bauwerken. Standsicherheitsnachweise als Ergebnis der Tragwerksplanung umfassen die vorgesehene Nutzungs- und Lebensdauer des geplanten Bauwerkes unter Einbeziehung der für den Standort angenommenen und zulässigen Belastungen. Diese Beanspruchungen unterliegen zum Teil großen Streuungen und sind bedingt durch Kraft- und Verformungswirkungen, sowie durch chemische und physikalische Einflüsse. Aus der Gegenüberstellung mit vorhandenen Widerständen resultieren Sicherheitsabstände, die projektbezogen erreicht werden müssen. Dieses Vorgehen aus den traditionellen Ingenieurdisziplinen hat in der Deponietechnik noch nicht umfassend Einzug gehalten. In der Planungsphase werden Aspekte der Betriebstauglichkeit und Wartbarkeit im Hinblick auf die Standsicherheit von technischen Systemen im Betrieb berücksichtigt. Es wird jedoch als Bestandteil der Planung zur langfristigen Umweltverträglichkeit kein Nachweis der Emissionssicherheit der Deponiekonstruktion für die gesamte Lebensdauer gefordert. Der empfohlene Weg ist die auf langfristigen Boden- und Grundwasserschutz bemessene Deponiesicherung unter systematischer Berücksichtigung der Standort- und Milieubedingungen. Folgt man dem grundsätzlichen Vorgehen aus dem Ingenieurbau, kann zuverlässig eine Sicherheitsbetrachtung als Gesamtschau aller Beanspruchungen und Widerstände im Planungsstadium einer Deponiekonstruktion, also nach dem Prinzip Vorsorge, im Einklang mit den Forderungen nach Wirtschaftlichkeit durchgeführt werden.